Der einfachste Weg, Flecken von Ihrer Matratze zu entfernen, ohne Bleichmittel oder Chlor zu verwenden.

Matratzen sind die wohl wichtigsten Alltagsgegenstände, die jede Nacht mit enormen Belastungen zurechtkommen müssen. Abgesehen vom Schweiß, den wir Nacht für Nacht an die Matratze abgeben, können auch kleinere Missgeschicke für Blut-, Urin- oder Kaffeeflecken auf der Matratze sorgen. Ist der Bezug abnehm- und waschbar, ist das alles in der Regel kein Problem – doch was, wenn nicht? Für diese Fälle und für alle anderen Katastrophen rund um Matratzen haben wir hier die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen Sie schnell und einfach Flecken aus Matratze entfernen können.

Wichtige Infos vor der Reinigungsaktion

Auch trotz wertvoller Tipps ist es kein Kinderspiel, eine Matratze selbst zu reinigen. Der Erfolg der Reinigungsaktion hängt maßgeblich von der Art der Verschmutzung, dem Alter der Flecken und den Materialien der Matratze ab. Um Verfärbungen, Nässeschäden oder angegriffene Oberflächen durch den Einsatz von aggressiver Chemie zu vermeiden, sollte man zunächst den einfacheren Weg gehen und auf Hausmittel setzen. Grundsätzlich gelten zudem folgende Tipps, wenn man Flecken aus Matratze entfernen will:

  • Stellen Sie die Matratze beim Reinigen immer auf die Seite, um zu verhindern, dass der Reiniger bis zum Matratzenkern vordringt
  • Beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers
  • Lassen Sie eine stark verschmutzte Matratze vom Profi reinigen

Blutfleck: Die Königsdisziplin der Matratzenreinigung

Blutflecken lassen sich am schwersten aus Matratzen entfernen. Der Grund hierfür ist simpel: Auch nach der Reinigung bleiben Reste von Eisenoxid in den Textilfasern hängen, bei dem es sich um ein wasserunlösliches Mineral handelt. Dadurch bleiben häufig Ränder oder leichte Flecken zurück, auch nach einer ausgiebigen Reinigungsaktion.

Möchte man dennoch versuchen, die Flecken aus Matratze zu entfernen, kann man es mit einer Kochsalzlösung, Gallseife, einer Lauge mit Soda oder mit Backpulver versuchen. Reiben Sie hierfür den Blutfleck mit kaltem Wasser ein und bestreuen Sie ihn daraufhin dick mit Backpulver. Das Pulver wird das Blut aufsaugen und nach 15 bis 20 Minuten kann das Ganze mit kaltem Wasser abgewaschen werden. Bei frischen Flecken ist auch Feinwaschmittel eine gute Wahl. Nach der Behandlung kann das Waschmittel einfach mit kaltem Wasser und einem Schuss Desinfektionsmittel abgewaschen werden. Wiederholen Sie gegebenenfalls die Behandlung und lassen Sie die Stelle daraufhin gut trocknen – entweder an der Luft oder mit einem Föhn.

Urinflecken aus der Matratze entfernen

Bei Kindern oder Senioren kann es häufiger mal vorkommen, dass im Schlaf das eine oder andere Tröpfchen Urin auf die Matratze gelangt. Wie bei nahezu allen anderen Flecken gilt auch hier: Reagiert man schnell, kann man den Fleck so gut wie komplett entfernen.

Um den Urin aus der Matratze zu entfernen, saugen Sie also zunächst eventuell vorhandene Flüssigkeit mit einem Papiertuch auf und beträufeln sie den Urinfleck daraufhin mit reichlich Zitronensaft oder weißem Essig. Nach dem Trocknen können die eingetrockneten Urinflecken schließlich mit einem Messerrücken abgeschabt oder ausgebürstet werden.

Alternativ oder auch begleitend dazu kann man Urinflecken auch mit einem Tuch behandeln, das mit einer Waschmittellösung benetzt wurde. Reiben Sie damit die verschmutzte Stelle ab, lassen Sie das Ganze etwas einwirken und reinigen Sie daraufhin die behandelte Stelle mit klarem Wasser. Reiben Sie mit einem Schuss Desinfektionsmittel nach und trocknen Sie die Stelle daraufhin mit einem Mikrofasertuch oder mit mehreren Lagen Küchenrolle.

Kaffee- und Rotweinflecken: Unfälle beim Essen im Bett mit Zitronensaft und Salz bekämpfen

Ein Frühstück im Bett ist eine tolle Sache, doch nicht selten geht dabei etwas schief. Einen frischen Kaffeefleck kann man zunächst mit lauwarmem Wasser auswaschen und danach mit Zitronensaft behandeln. Auch hierbei empfiehlt es sich, danach mit Waschmittelschaum zu arbeiten und den Fleck anschließend abzuwaschen und vollständig trocknen zu lassen.

Bei Rotweinflecken sollte man schließlich etwas anders vorgehen, um hartnäckige Verschmutzungen zu vermeiden: Entfernen Sie frische Rotweinflecke mit Mineralwasser und Küchentüchern aus der Matratze und streuen Sie den Rotweinfleck daraufhin mit Salz ein. Das Salz wird den Rotwein schließlich aufsaugen und Sie können den Fleck nach dem Trocknen vorsichtig abbürsten oder –saugen.

Schweiß: Ein Matratzenwechsel ist empfehlenswert

Kann man den Bezug der Matratze abnehmen, kann man Schweißflecken mit einem Bad in einer Lauge aus Wasser und Waschsoda, Natron oder Backpulver Herr werden. Hierin wird der Bezug über Nacht eingeweicht. Alternativ dazu kann man den Bezug auch mit Gallseife oder einem Fleckenmittel aus dem Einzelhandel behandeln.

Ist der Bezug nicht abnehmbar, kann man die Flecken direkt auf der Matratze mit Essig, Zitronensäure, Natron oder Backpulver bekämpfen. Essig oder Zitronensäure kann man hierfür ganz einfach mit etwas Wasser verdünnt in eine Sprühflasche geben und die Flecken damit besprühen. Auch Ammoniak kann man im Verhältnis 1:1 zu Wasser genauso verwenden. Hat man das Mittel daraufhin noch mit einer Haushaltsbürste in den Fleck eingearbeitet und das Ganze zehn bis fünfzehn Minuten einwirken lassen, kann man die Matratze mit klarem Wasser abwaschen. Ähnlich funktioniert das Ganze, wenn man sich einen Brei aus Backpulver oder Natron mit etwas Wasser anrührt.

Bei immer wiederkehrenden und hartnäckigen Schweißflecken auf der Matratze sollte man schließlich über einen Matratzenwechsel nachdenken. In diesem Fall liegt es nahe, dass die Matratze für die eigenen Bedürfnisse nicht atmungsaktiv genug ist, sodass sich der abgegebene Schweiß in der Matratze sammelt. Eine Federkern- oder eine atmungsaktive Naturlatexmatratze ist in diesem Fall empfehlenswert.

Schimmel: Matratze bei großflächigem Befall entsorgen

Schimmelflecken auf der Matratze sind ein heikles Thema, da Schimmel für unsere Gesundheit zu einem ernstzunehmenden Problem werden kann. Wenngleich Schimmelpilze fast überall zu finden sind, ist deren Konzentration im Alltag so gering, dass davon noch keine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Ist man dem Schimmel jedoch Nacht für Nacht beim Schlafen auf einer befallenen Matratze ausgesetzt, können früher oder später Atemwegsprobleme auftreten, die zu Allergien und Asthma führen können.

Kleinere Stockflecken oder Schimmelflecken können mit Zitronensaft, Salz und Sonnenlicht entfernt werden. Geben Sie hierfür ein paar Tropfen Zitronensaft auf die betroffenen Stellen und streuen Sie dann Salz darauf. Setzen Sie die Matratze daraufhin direkter UV-Strahlung aus – entweder mithilfe einer UV-Lampe oder durch direktes Sonnenlicht. Alternativ kann auch hier Backpulver beim Reinigen nützlich sein.

Ist die Matratze großflächig vom Schimmel befallen oder konnten die Flecken nicht vollständig entfernt werden, sollte man sich besser von der Matratze trennen und Ersatz schaffen. Auch hierbei sollte auf einen atmungsaktiven Kern und einen entsprechenden Bezug geachtet werden, darüber hinaus lohnt es sich unter Umständen, Decken und Kissen tagsüber von der Matratze runter zu nehmen, sodass die über Nacht entstandene Feuchtigkeit entweichen kann.

Erbrochenes: Fleck und Geruch effektiv entfernen

Eltern und Haustierbesitzer kennen das Problem: Der Nachwuchs oder das geliebte Haustier hat sich ins Bett übergeben. Wenn man das Malheur direkt bemerkt, sollte man auch sofort handeln und alle abziehbaren Bezüge direkt abnehmen und bei 60° C waschen. Bei nicht abnehmbaren Bezügen oder bei Flecken, die bereits zum Matratzeninneren vorgedrungen sind, ist der Aufwand jedoch etwas größer.

Nachdem sie zunächst die groben Bestandteile und die oberste Flüssigkeitsschicht entfernt haben, sollten Sie die Feuchtigkeit zunächst mithilfe von Mehl, Salz oder Katzenstreu mit etwas Zitronensaft binden. Danach kann man die Matratze einer Behandlung mit heißem Wasser und Gallseife unterziehen und die Flüssigkeit dabei immer wieder mit aufsaugendem Material entfernen. Es empfiehlt sich, den Fleck nach der Behandlung mit einer Essiglösung einzureiben. Der Essig desinfiziert und wirkt dem Geruch entgegen. Dabei sollte man selbstverständlich immer darauf achten, dass die Matratze nicht zu nass wird – Schimmel kann ansonsten die Folge sein.

Sperma: Auf jeden Fall kaltes Wasser verwenden!

Sperma besteht in erster Linie aus Eiweiß, welches ab einer Temperatur von über 40° C gerinnt. Dies erschwert die Reinigung unnötig, weshalb man für das Entfernen von Spermaflecken aus der Matratze am besten kaltes oder maximal lauwarmes Wasser verwenden sollte. Dies gilt auch beim Waschen des Matratzenbezugs!

Um einen Spermafleck aus der Matratze zu entfernen, mischen Sie Spülmittel, Duschgel oder Waschmittel mit Wasser und geben diese Lösung auf einen Schwamm oder ein Tuch. Damit können Sie den Fleck abtupfen, bis er verschwunden ist. Wischen Sie anschließend mit kaltem Wasser nach und wiederholen Sie die Behandlung danach, falls nötig. Eingetrocknete Flecken lassen sich übrigens am besten mit Zitronensaft als „Vorwäsche“ behandeln.

Abschließende Tipps & Tricks

Sind Flecken in der Matratzen vorprogrammiert, sollte man auf ein waschbares Unterbett, eine Matratzenauflage, einen abnehmbaren Matratzenbezug oder auf eine Inkontinenzauflage setzen, um den Reinigungsaufwand möglichst niedrig zu halten. Diese Auflagen können schließlich regelmäßig gewaschen werden, um Flecken zu entfernen und um der Ausbreitung von Milben und Keimen entgegenzuwirken.

Sollte sich trotz aller Vorsicht ein hartnäckiger Fleck auf Ihrer Matratze breit gemacht haben, gegen den auch ausgiebige Reinigungsaktionen keine Chance haben, sollte die Matratze professionell gereinigt werden. Hierbei wird sie mit chemischen Stoffen, Saugern oder UVC-Bestrahlungen behandelt, wodurch nicht nur Flecken, sondern auch Keime und Milben bekämpft werden.

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