Kaffeesatz als Dünger – Wirf ihn nicht weg!

Kaffeesatz als Dünger

Wer von euch trinkt genauso viel Kaffee, wie ich? Durchschnittlich verbrauchen die Deutschen pro Kopf pro Jahr 6,65 Kilogramm Kaffeebohnen. Aktuell weiß ich nicht, wie viele von diesen Menschen Pflanzen besitzen, die ihre Räume und Gärten schmücken. Meine Vermutung ist, dass ein sehr hoher Prozentsatz mindestens eine Orchidee oder eine Grünlilie im Zimmer stehen hat. Deshalb mein Tipp an euch: Verwendet Kaffeesatz als Dünger!

Kaffeesatz als Dünger – Warum du diesen wertvollen Abfall nicht in den Abfall werfen solltest

Ich bin kurz davor die Bäckereien und Kaffeeröstereien in meiner Nähe abzuklappern: Wenn jemand viel Kaffeesatz hat, dann sind das die. Ich mag es stark bezweifeln, dass sie ihr schwarzes Gold kompostieren. Ich habe euch schon einmal berichtet über biologische Dünger, die kostenlos oder eben günstig sind. Kaffeesatz gehört auf jeden Fall auch auf diese Liste.

Kaffeesatz steckt voller Stickstoff. Diesen Stickstoff benötigen viele Gemüsepflanzen, Blumen, Kräuter, Zimmerpflanzen und alle anderen auch. Daher ist der Kaffeesatz ein wundervoller Stickstoffdünger, der noch dazu Langzeit wirkt und sich langsam zersetzt.

Im Mülleimer führt der nasse Kaffeesatz leider schnell zu einem Schimmelbefall. Dadurch entstehen automatisch unangenehme Gerüche und der Müll wird zu einem ekelhaften Unterfangen.

Schon öfter erwähnt habe ich euch von unseren Bokashi Eimern* erzählt. Dahinein kommen alle unsere Küchenabfälle, auch gerne der Kaffeesatz. Doch meistens landet das Kaffeepulver direkt im Gemüsebeet oder im Gewächshaus.

Kaffeesatz als Dünger – Warum nicht einfach gemahlener Kaffee als Dünger?

Frisch gemahlener Kaffee düngt eure Pflanzen natürlich sehr gut – der ist ja schließlich das ursprüngliche, nicht abgebrührte Produkt. Durch das heiße Wasser werden zwar ein paar Nährstoffe ausgespült. Allerdings sind die bereits durch das heiße Rösten abhanden gekommen. Frisch gemahlener Kaffee wäre also eine Verschwendung.

Preislich liegen die Bio-Dünger bei 1-5€ pro Kilo. Da lohnt es sich einfach gar nicht frisch gemahlenen Kaffee – der zwischen 10 und 30 € pro Kilo liegt – zu verwenden.

Abgebrüht ist der Kaffeesatz einmal sterilisiert und das schadet sicherlich auch nicht.

Kaffeesatz als Dünger bei Zimmerpflanzen

Bei Zimmerpflanzen solltet ihr vorsichtig mit Kaffeesatz als Dünger vorgehen: Mit der Zeit trocknet der Kaffeesatz und fängt schnell an zu schimmeln. Das ist insofern kein Problem, als dass der Schimmelpilz für die Natur sehr wichtig ist: Er fängt an biologischen Abfall zu zersetzen, damit dieser zu Staub und Erde verfallen kann.

Allerdings führt er bei Zimmerpflanzen auch dazu, dass sie dann – wenn es richtig schlecht läuft – auch kompostiert werden. Angefangen bei den Wurzeln werden die Pflanzen langsam zersetzt. Das wäre also nicht so schlau.

Doch auch bei Zimmerpflanzen könnt ihr Kaffeesatz als Dünger verwenden: 1-2 Mal im Jahr könnt ihr die Pflanzen aus ihren Töpfen nehmen. Lockert die Erde um die Wurzeln herum, gebt wenige cm hoch Erde in den Pflanztopf. In dieser Tiefe darf jetzt eine ordentliche Schicht Kaffeesatz hinein. 1-2 cm dick schadet auf keinen Fall. Nun darf die Pflanze wieder in den Pflanztopf zurück.

Achtet darauf, dass die Erde nicht über den Topfrand hinausragt, sonst bekommt ihr Probleme beim Gießen.

Kaffeesatz als Dünger für Orchideen

Bei Orchideen hingegen braucht ihr euch gar nicht so viele Gedanken machen: Dadurch, dass ihre Erde komplett durchlässig ist, dürft ihr getrost Kaffeesatz auf die Orchideenerde geben. Da ihr sowieso nur 1 Mal in der Woche gießt, werdet ihr das Pulver in kürzester Zeit wieder ausspülen. Ihr dürft also Orchideen gerne öfter mit feuchtem Kaffeesatz bestreuen. Das erspart euch auch eine Gießrunde.

Kaffeesatz als Dünger im Garten

Im Garten selber ist der Kaffeesatz als Dünger viel unproblematischer: So, wie er aus der Kaffeekanne oder eurem Filter kommt, könnt ihr ihn einfach zu den Füßen der Pflanzen verteilen. Wenn der Kaffeesatz noch dazu feucht ist, gibt er den Pflanzen eine feuchte Mulchschicht. Wenn ihr möchtet, könnt ihr das Kaffeepulver mit einem Handrechen* in den Boden einarbeiten. Aber das ist überhaupt nicht nötig.

Schließlich gießt ihr regelmäßig euren Garten oder – wenn ihr Glück habt – es regnet. Dabei setzen sich langsam die Körner in tiefere Schichten ab und können dort kompostieren. Euer Langzeitdünger gibt langsam Nährstoffe in den Boden ab und erreicht die Wurzeln.

Manche empfehlen Kaffeesatz zu sammeln, zu trocknen und gleichmäßig zu verteilen. Ich habe für so etwas keine Geduld! Ich bringe ihn stattdessen gleich hinaus, wenn ich ihn aus der Maschine entferne.

Kalter Kaffee als Dünger

Im Kaffee sind natürlich teilweise die Nährstoffe der Pflanzen enthalten. Überhaupt empfehlen viele das Wasser, mit dem man Gemüse in der Küche gewaschen hat, nicht wegzuwerfen, sondern stattdessen als Gießwasser zu verwenden.

Kleiner Einschub an dieser Stelle: Verzichtet bitte darauf, wenn ihr nicht Biogemüse gekauft habt! Die Pestizide, die beim konventionellen Anbau verwendet werden, landen auf euren Pflanzen und in der Erde. Die Folge könnte sein, dass euch Blumen und Gemüsepflanzen eingehen.

Kalten Kaffee könnt ihr jedoch gerne verwenden: Verdünnt ihn 1:1 mit Wasser. Das bedeutet, wenn ihr 200 ml kalten Kaffee habt, gebt ihr 200 ml Wasser hinzu. Mit diesem Dünger könnt ihr sowohl eure Zimmerpflanzen, als auch auf dem Balkon und im Garten gießen. Dabei schimmelt nichts.

Täglich empfehlen Experten diese Düngung nicht, ansonsten würde die Erde von euren Topfpflanzen schnell sehr sauer werden. Einmal die Woche oder einmal im Monat spricht jedoch nichts gegen solch eine Kaffee Düngung.

Kaffeesatz als Dünger für Rasen

Tatsächlich dünge ich unseren Rasen sehr gerne mit Kaffeesatz. Entsprechend eurer Rasenfläche ist das jedoch utopisch, wenn ihr nur eigenen Kaffeesatz verwendet. Die Gartenerde unter dem Rasen nimmt das Kaffeepulver dankend an und düngt eure Grashalme ebenfalls langfristig.

Bei mir landet gerne und oft einfach eine frische Portion erkalteter Kaffeesatz im Rasen. Regen und Wind verteilen ihn sicherlich ganz gut. Wenn eure Rasenfläche mehrere hundert Quadratmeter beträgt, werdet ihr mit eurem Kaffeesatz jedoch gar nicht so weit kommen. Außer ihr merkt euch, wo ihr bereits gestreut habt. Dann spricht natürlich nichts dagegen jeden Tag hinaus zu gehen und etwas zu verteilen.

In der Regel empfehlen Experten im Frühjahr zu düngen, weil dann die Pflanzen mehr Nährstoffe benötigen, um in Schwung zu kommen. Ihr könnt also getrost den ganzen Winter über Kaffeesatz ausstreuen. Im Frühling können die Pflanzen sich die Nährstoffe direkt holen.

Kaffeesatz als Dünger schädlich

Es gibt keine Quelle, die besagt, dass Kaffeesatz als Dünger schädlich ist. Das Einzige, worauf ihr achten solltet, ist, dass ihr nicht zu viel verwendet. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Boden zu sauer wird.

Aber mal ehrlich: Laut Coffee Perfekt konsumieren Deutsche 6,65 kg Kaffee im Jahr pro Kopf. Mit der Menge braucht man länger, bis der Boden übersäuert. Eine normale Bio Dünger Packung wiegt 5 kg und reicht für ca. 200 m² Fläche. Wenn also dein Garten insgesamt 100 m² beträgt, reicht der Kaffeeverbrauch eines Erwachsenen – durchschnittlich – um ihn mit genügend Stickstoff zu versorgen. Da braucht man keinen zusätzlichen Dünger mehr.

Kaffeesatz zur Abwehr von Nacktschnecken

Genauso, wie andere Gärtner, gehen mir Nacktschnecken gehörig auf den Wecker! Ich habe gelesen, dass Kaffeesatz auf dem Boden für Nacktschnecken sehr unangenehm ist und sie abschreckt. Ebenso soll das Koffein ein Gift für sie sein.

Leider, leider gibt es in der Blogger und Instagrammer Welt Beweisvideos, die Turbo-Nacktschnecken zeigen, während sie auf dem Kaffee einen Energie und Tempo Schub bekommen. Nichtsdestotrotz kann es gut sein, dass der Kaffeesatz Schnecken über die Zeit hinweg vertreibt.

Je mehr Bodenleben in der Gartenerde steckt, desto mehr Fressfeinde werden angelockt. Nacktschnecken schmecken wohl sehr bitter, weshalb sie bei ihren Fressfeinden nicht so beliebt sind. Tierarten, die erwachsene Nacktschnecken fressen: Kröten, Igel, Spitzmäuse, Vögel, Blindschleichen.

Es ist entscheidend Feinde anzulocken, die bereits die Eier der Nacktschnecken auffressen: Tigerschnegel, Laufkäfer, Glühwürmchen, Hundertfüßer.

Außerdem sorgen Enten und Hühner für Ordnung und fressen Nacktschnecken gerne. Vielleicht ist ja ihre Haltung einen Versuch wert?

Die Quelle für die Info mit Fressfeinden von Nacktschnecken habe ich bei der Nabu gefunden.

Kaffeesatz für den Anbau von Speisepilzen

Zu guter Letzt möchte ich euch nicht vorenthalten, dass sehr viele Speisepilzzüchter auf Kaffeesatz zurückgreifen. Anstatt teurer, steriler Erde verwenden sie abgebrühten, getrockneten Kaffeesatz. Er ist voller Nährstoffe und sorgt für eine wundervolle Pilzernte.

Ich hoffe ich konnte dich inspirieren einen Schritt weiter zu gelangen bei Zero Waste und deinen Kaffeesatz in Zukunft nützlich zu gebrauchen!

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